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Betrachte einen Knoten v des Voronoi-Diagramms, dort treffen sich >=3 Voronoi-Kanten. Angenommen es sind genau 3, dann treffen sich dort auch 3 Voronoi-Zellen, deren Orte seien A1,A2,A3. Die drei Kanten dazwischen seien e12,e23,e31. Jetzt gelten zwei wichtige Eigenschaften: (a) A1,A2,A3 haben von v alle den gleichen Abstand r (b) Kante e12 ist Mittelsenkrechte von Strecke A1,A2 (usw.) Angenommen r sei bekannt. Dann läßt sich die Lage von A1,A2,A3 eindeutig berechnen: Zieh einen Kreis K mit Radius r um v, und zeichne 360 Grad auf diesem Kreis ein, mit 0 Grad wie normal nach rechts (positive x-Achse). Dann seien - w12,w23,w31 die (bekannten) Winkel unter denen e12,e23,e31 von v aus ausstrahlen - w1,w2,w3 die (unbekannten) Winkel unter denen A1,A2,A3 von v aus auf K liegen Wegen (b) muß w12 aber die Winkelhalbierende von Winkel(w1,w2) sein, also w12=0.5*(w1+w2) (mod 360) usw. In Matrixschreibweise, ohne mod: (2*w12) (1 1 0) (w1) (w1) ( 1 -1 1) (w12) (2*w23) = (0 1 1) * (w2) <=> (w2) = ( 1 1 -1) * (w23) (2*w13) (1 0 1) (w3) (w3) (-1 1 1) (w31) Jetzt ist das Problem daß r natürlich nicht bekannt ist. Das läßt sich aber lösen wenn man statt eines einzelnen Voronoi-Vertex deren zwei v1,v2 betrachtet, die mit einer Voronoi-Kante verbunden sind. Dann hat man die beschriebene Konfiguration zweimal, mit zwei Kreisen K1,K2 mit Radien r1,r2. Seien A1,A2 die Orte der beiden Voronoi-Zellen beiderseits der Kante, dann müssen r1 und r2 so gewählt werden daß A1 und A2 für beide Kreise identisch sind, und identisch mit den beiden Schnittpunkten der Kreise. Das ist nur auf eine Weise möglich, und damit ist in diesem Fall die Lage von vier Voronoi-Orten eindeutig bestimmt. Illustrationen anbei:
Diese Bilder (vom 1. Applet) zeigen einen Voronoi-Vertex (rot) mit drei Kanten (rot) und drei Orten (blau). Die rechten Bilder zeigen den Kreis (blau) und die Verbindungsstrecken zwischen den Orten. Die Voronoi-Kanten sind gerade die Mittelsenkrechten dieser Verbindungsstrecken. Beachte daß der Radius willkürlich gewählt ist, angedeutet durch die Strahlen (grün), die zeigen, wohin sich die Orte bei wachsendem Radius bewegen würden.
Diese Bilder (vom 2. Applet) zeigen die Situation mit zwei Voronoi-Knoten die mit einer Kante verbunden sind. Die rechten Bilder zeigen die beiden Kreise um die Voronoi-Knoten, die Strahlen (grün) kreuzen sich gerade in den Orten ober- und unterhalb der Kante. Das letzte Applet Nr. 3 zeigt im Prinzip das gleiche, nur anders parametrisiert: Statt der vierten Kante kann man hier die Länge der Horizontalkante verändern, und der Kreisradius (rechts) ist fixiert. Nach wie vor hat man aber vier Freiheitsgrade, und die Längenänderung der Kante bei fixem Radius ist so gut wie das Verändern des Radius. In jedem Fall ist die Lage der Orte eindeutig bestimmt.Copyright 2006-2008 Computer Graphics & Knowledge Visualization, TU Graz